Künftig alles an einem Standort

Hersteller plant große Investitionen in Produktion und Digitalisierung

Der Profilspezialist Prinz will in den kommenden Monaten Produktions- und Logistikprozesse ausbauen, um insbesondere im Objektgeschäft weitere Potenziale zu erschließen. Immer im Blick: die Bedürfnisse des Profi-Handwerkers und des Fachhandels.

2015 hat der Profilspezialist Prinz aus Goch am Niederrhein sein 125-jähriges Jubiläum gefeiert – ein Anlass, um auf eine erfolgreiche Unternehmensgeschichte zurückzublicken, vor allem aber, um mit jeder Menge Produktinnovationen und Investitionen in die Zukunft zu starten, „denn wir halten Stillstand für Rückstand“, so Geschäftsführerin Katharina Prinz. In diesem Sinne stand das vergangene Jahr ganz im Zeichen der Produktentwicklung und „war insgesamt ein sehr gutes Jahr für uns. Wir haben über fünfzig neue Profile in über 600 Ausführungen auf den Markt gebracht und konnten eine Umsatzsteigerung von 12,75 Prozent verbuchen“, freut sie sich. Das sei außergewöhnlich gut. Und das Wachstum sei erfreulicherweise sowohl im In- als auch im Ausland gewesen. Der Exportanteil liegt aktuell bei knapp 25 Prozent, angestrebt wird in den kommenden fünf Jahren eine Steigerung auf über dreißig Prozent. Wichtigster Markt sei Europa, aber auch Asien sowie der Nahe und Mittlere Osten entwickelten sich gut, so die Geschäftsführerin.

Lösungen fürs Objekt

Den Fokus legt das Unternehmen in seiner strategischen Ausrichtung bewusst auf den weiteren Ausbau des Objektgeschäftes. „Hier sehen wir die Perspektiven und Wachstumspotenziale für die Zukunft, insbesondere in den Segmenten öffentlicher und gewerblicher Bau, Wohnungsbau, Hotellerie sowie Messe- und Ladenbau. In diesen Bereichen wird viel und anspruchsvoll gebaut und der Markt verlangt zunehmend nach technisch anspruchsvollen Lösungen, die wir für die verschiedenen Anwendungsbereiche bieten.“ Beispielsweise mit dem PS 400 Schraubprofilsystem, das speziell für dickere Bodenbeläge wie Mehrschichtparkett, Multilayer oder Laminat geeignet sei, da solche Böden aufgrund des größeren Niveauunterschiedes breitere Profile erfordern. Besondere Lichteffekte lassen sich mit dem neuen LED-Kanal Luxline von Prinz erzielen. Er ist kombinierbar mit Sockelleisten, die eine Bodenabdeckbreite von 19 bis 22 Millimetern aufweisen. Ausgestattet mit Langlöchern auf der Rückseite, lässt sich der Kanal auf der Wand verschrauben und optimal ausrichten. Alternativ kann er auch verklebt werden. Die Sockelleiste der Wahl wird anschließend obenauf montiert. Auf der Vorderseite ist der LED-Kanal mit einer abnehmbaren Klappe versehen, die jederzeit Zugang zu der Technik erlaubt. Einfache Möglichkeiten der Lichtsteuerung und neue Konzepte mit farbigem oder weißem Licht sind hiermit im Wohnbereich möglich.

Mehr mit Edelstahl

Im gewerblichen Bereich kommen regelmäßig LVT Dryback-Beläge mit einer Stärke von 2 bis 3 mm zum Einsatz, die in der Regel vollflächig verklebt werden. Hier bietet Prinz alternative Rampenprofile an, unter anderen das Rampenprofil Nr. 262, das für Belagsstärken von 2 bis 5 mm konzipiert ist und auf dem Belag aufliegt. Eleganter erscheint das Rampenprofil Nr. 169, in das der Bodenbelag bündig eingeklebt wird. Mit biegbaren Abschlussprofilen lassen sich Bodenflächen noch individueller gestalten. Die Profile lassen sich maschinell oder per Hand an verschiedenste Radien anpassen. Übrig bleibt lediglich eine 2 Millimeter breite Sichtkante. „Auch das Angebot an Oberflächenausführungen haben wir deutlich ausgebaut, insbesondere im Bereich Edelstahl gebürstet, eine Optik, die der Markt sehr stark nachfragt und die sich als Trendoberfläche etabliert hat“, erläutert Katharina Prinz die neuesten Produktentwicklungen.

Ausbau der Kapazitäten

Insgesamt führt der Profilspezialist über 3.500 Artikel lagermäßig. Künftig möchte man bei Prinz mit Blick auf das Objektgeschäft verstärkt auftragsbezogen arbeiten. „Bereits anlässlich unseres Jubiläums haben wir angekündigt, ein neues Produktionssystem zu etablieren. Momentan fertigen wir alles an Lager. Für Artikel, die in den Objektbereich gehen und die nicht so gleichförmig abfließen, ist es dagegen sinnvoll, das Produktionssystem zu verändern, um auftragsbezogen zu fertigen. Um dies leisten zu können, müssen wir unsere Produktion und unsere Logistik optimal aufeinander abstimmen. An diesem Prozess arbeiten wir derzeit intensiv“, erläutert Katharina Prinz. Dahinter stehen Investitionen in neue Produktionsgebäude, neue Technologien sowie in den Ausbau der Digitalisierung. Aktuell hat das Unternehmen an der Jakobstraße und der Siemensstraße noch zwei Standorte in Goch. Künftig soll die Siemensstraße alleiniger Firmensitz werden, um die Betriebsabläufe zu optimieren. Bereits 2010 wurde dort ein neues Lager gebaut, das 2016 erweitert wurde. Für das dritte Quartal 2017 ist eine Vergrößerung der Produktionskapazitäten vorgesehen. Die ursprünglichen Pläne sahen dafür einen Neubau auf dem bestehenden Firmengelände an der Siemensstraße vor, als sich die Möglichkeit zum Erwerb eines benachbarten Firmengeländes inklusive eines Gebäudes mit hochwertiger Bausubstanz ergab. Durch die Einbindung des neuen Firmengeländes könne der Standort Jakobstraße aufgegeben und das Unternehmen vollständig an einem Standort zusammengeführt werden, so Katharina Prinz. „Wir werden im August mit den vorbereitenden Maßnahmen beginnen, ab Oktober soll die neue Produktion bereits in Betrieb gehen“, erläutert sie die Planungen. Ein weiterer Schritt in Richtung Prozessoptimierung sei zudem der Neubau einer Halle für die Lagerung von Roh- und Halbzeugen für einen optimalen Produktionsablauf.

Multi-Channel-Gedanke

Tragende Säulen auf Vertriebsseite sind der Groß- und Einzelhandel sowie die strategische Ausrichtung auf den Profi-Handwerker. Die Themen Digitalisierung und Onlinehandel über den Vertriebsweg des Fachhandels sind für Katharina Prinz inzwischen „tägliches Brot“. „Ich persönlich denke, dass der Multi-Channel-Gedanke zwingend erforderlich ist, denn unter dem Strich werden nicht im stationären Handel die großen Wachstumsraten erzielt, sondern insbesondere über das Online-Geschäft. Wer hier nicht dabei ist, kann nur schwer Wachstum generieren. Das ist ein ständiger Prozess.“ Konkret unterstützt Prinz seine Groß- und Einzelkunden dabei mit professionellem Bildmaterial und strukturierten Artikelstammdaten basierend auf einem PIM-System (Product Information Management). So lassen sich alle relevanten Katalog- und Produktinformationen zentral verwalten und sind jederzeit abrufbar. „Mittels dieser Artikel-Datenbank optimieren wir nicht nur intern unsere Marketing- und Vertriebsaktivitäten, sondern können auch extern auf Wunsch die digitalen Prozesse bei unseren Kunden optimal unterstützen. Auf diesem Weg wollen wir weitergehen.“

Nicole Stolpman, eurodecor 7.17/8.17

27. Juli 2017, 10:51

Geschäftsführerin Katharina Prinz präsentiert das umfassende Sortiment. Der Fokus der Produktentwicklung liegt auf technisch anspruchsvollen Lösungen fürs Objekt.

Für LVT-Dryback-Beläge: Das Rampenprofil Nr. 169, in das der Belag bündig eingeklebt wird.

Das PS 400 Schraubprofilsystem ist eine technische Lösung allen voran für dickere Bodenbeläge.

Mit dem stufenlos dimmbaren LED-Kanal Luxline lassen sich unterschiedliche Raumstimmungen erzeugen.

Katharina Prinz wird künftig Produktion und Logistik noch stärker aufeinander abstimmen.

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