Profile und Leisten im Ladenbau: sicher, schnell und rückbaufähig

Worauf es im Ladenbau in puncto Profil ankommt, erläutert Norbert Lauhöfer, Objektleitung & Leiter der Anwendungstechnik Carl Prinz GmbH & Co. KG.

Wird im Ladenbau nicht das ganze Geschäft oder die Ausstellungsfläche mit einem vollflächigen Bodenbelag ausgelegt, so werden zunehmend Aktionsflächen zur Hervorhebung von besonderen Waren oder Angeboten sowie Shop-in-Shop-Systeme mit schwimmend verlegten oder Loose-Lay-Bodenbelagssystemen angelegt. Dabei ist es von besonderer Wichtigkeit, dass zum einen diese Flächen für die Kunden gefahrlos begehbar sind und zum anderen der Bodenbelag vor allem an den Kanten vor Beschädigungen geschützt wird. Zu diesem Zweck werden verschiedene Profile je nach Bodenbelagsstärke und Verwendung eingesetzt.

Da es sich in den meisten Fällen um gemietete Flächen handelt, besteht in der Regel die besondere Herausforderung darin, die Flächen sicher und schnell anzulegen und später auch nahezu rückstandsfrei wieder entfernen zu können. Übliche Bodenbeläge in diesen Bereichen sind Mehrschichtparkett-Bodenbeläge, heute eher selten noch Laminat, aber vor allem Loose-Lay- oder Klick-LVT-Bodenbeläge, die auf einer Trennlage oder dafür geeigneten Unterlagssystemen verlegt werden, oder Dryback-LVT sowie CV-Bodenbeläge.

Wenn die Möglichkeit besteht und es die Flächennutzung erfordert, sollten vor allem Schraubprofilsysteme verwendet werden. Hierzu zählt etwa das neue Profilsystem »LPS Design« von Prinz für Klick-LVT und Loose-Lay­Bodenbeläge in einer Materialstärke von 3,5 bis 8,5 mm. Das Basisprofil wird zum Untergrund verschraubt und kann optional auch mittels eines Zweikomponentenklebers auf den Untergrund aufgeklebt werden. Das Nutz­ oder Deckprofil wird danach auf das Basisprofil aufgeschraubt. So wie das Profilsystem »LPS Design« ist auch beim Prinz-Profilsystem »Profi Design« die Oberfläche zumeist nicht gerieft. Beim System »Profi Design« besteht das Basisprofil aus einem schlagzähen Kunststoff. Es wird auf dem Untergrund aufgeklebt und das Nutzprofil darin eingerastet. Der Vorteil ist wie bei den Schraubprofilsystemen die schnelle und einfache Montage sowie die Wiederverwendbarkeit. Je nachdem wie die Fläche genutzt wird, kann es sich um ein Anpassungs- oder Abschlussprofil handeln. Für Bodenbeläge mit einer Dicke von 5 mm können vor allem massive Profile wie das Rampenprofil »269« zum Aufkleben auf dem Untergrund oder bis 7 mm das Rampenprofil »258« bestens eingesetzt werden. Der Kantenschutz des Bodenbelags wird am besten mit Abschlussprofilen erreicht. Vorzugsweise werden diese Profile eingesetzt, wenn ein Rahmen um die Flächen gebildet werden soll. Die L-förmigen Profile können sowohl als ein- oder zweiteilige Profile montiert werden.

Bei Dryback-LVTs mit einer Stärke von 2 bis 3 mm, die in der Regel vollflächig verklebt verlegt werden, könnte ein schmales Rampenprofil wie das einteilige, 28 mm breite Rampenprofil »262« für Belagsstärken bis 2,5 mm oder das Rampenprofil »169« seinen Einsatz finden. Rampenprofile erleichtern den fußläufigen Zugang sowie das Auffahren mit Einkaufs- oder Hubwagen zu den Flächen und vermindern Sturzunfälle. Bei ganzflächiger Verlegung könnte sogar auf die Verklebung verzichtet werden, wenn der Bodenbelag auf die neue Prinz-Unterlage »Silent Pur Tack« verlegt wird. Hierbei bleibt der Untergrund unbeschadet, da ausschließlich der Bodenbelag auf der Oberfläche der Unterlage durch eine selbstklebende Ausrüstung verklebt wird. Dickere Bodenbeläge wie Mehrschichtparkett, Multilayer oder Laminat erfordern aufgrund der größeren Bodenbelagsstärken und des höheren Anstiegs breitere Profile. Zwecks des höheren Anstiegs auf die Flächen müssen Rampen eine größere Neigung überbrücken. Daher kommen hier vor allem Profilsysteme wie das Schraubprofilsystem »PS 400« zum Einsatz. Da mit hohen Belastungen zum Beispiel durch Hubwagen oder schwere Einkaufswagen zu rechnen ist, empfiehlt es sich, diese Profile auch fest mit dem Untergrund zu verbinden. Das Basisprofil »PS 400 Nr. 402« für Bodenbeläge bis 17,5 mm inklusive einer geeigneten Unterlage wird mit dem Untergrund verschraubt. Anschließend wird das Nutzprofil - in diesem Falle ein Anpassungsprofil - auf das Basisprofil mittels selbstschneidenden Schrauben arretiert. Die selbstschneidenden Schrauben haben den Vorteil, dass sie gegenüber den Systemen mit einem sogenannten Schraubkanal mit etwa drei Windungen der Schraube in das nahezu massive Basisprofil eingeschraubt werden. Die selbstschneidende Schraube bohrt sich dazu das Schraubloch selbst. Bei den Systemen mit einem Schraubkanal hat die Schraube nur eine »Zweiflankenhaftung«. In der Ränderung des Basisprofils wird sie nur an den gegenüberliegenden Seiten gehalten und kann bei den ständigen Auf- und Abwärtsbewegungen, die der Bodenbelag durch Be- und Entlastung erfährt, nahezu »ausleiern« und im schlimmsten Fall aus der Verschraubung herausfallen. Die Folge ist ein Lockern der Befestigung und eine erhöhte Unfallgefahr durch ein hochstehendes Profil. Das System »PS 400 XXL« kann bei Bodenbelägen bis zu einer Stärke von 27 mm eingesetzt werden.

Exklusives Lichtdesign in jedem Winkel

Um Aktionsflächen in Szene zu setzen, ist es häufig erforderlich, mit Lichtdesign zu arbeiten. Das System »LuxLine« von Prinz ermöglicht hierbei, mit einem Leuchtkanal - bestehend aus einem schlagzähen, nahezu transparenten Kunststoff mit LED-Bändern - verschiedenfarbiges Licht in die Fläche zu transportieren. Dieses System kann unter Sockelleisten mit einer Abdeckbreite bis zu 22 mm montiert oder auch vollkommen eigenständig einge­setzt werden. Praktische Verbinder zur Nutzung als Innen - oder Außenecke ermöglichen das Spiel mit dem Licht in jede Richtung - sogar vertikal. Sockelleisten können aus Aluminium, Edelstahl oder als MDF-Sockelleisten je nach Design oder Einsatzzweck auf Clips oder direkt an die Wand montiert werden. Sie schließen die Flächen zu den Wänden ab. MDF-Sockelleisten haben den Vorteil, dass man diese mit jedem Dekor versehen kann. In Verbindung mit dem LED-Kanal »LuxLine« entsteht so ein leuchtender Abschluss der Flächen und ermöglicht über die indirekte Beleuchtung, das Warenangebot noch besser hervorzuheben. Nicht selten müssen beim Errichten von Aktionsflächen auch Stromleitungen oder Kabel für Lautsprecherboxen installiert werden. Damit diese nicht quer über dem Boden, an der Decke oder an den Wänden lose verlegt werden müssen, können spezielle Sockelleisten mit der Möglichkeit der Kabelhinterführung zum Einsatz kommen. Das neue Sockelleistensystem »Cultus 45« von Prinz erlaubt es auch, größere Kabelquerschnitte unsichtbar zu verlegen. Die Sockelleiste wird auf ein innovatives Clipssystem montiert. Der 45-Grad-Winkeleinschub des zuvor an die Wand montierten Klips lässt die Sockelleiste erst in seine Endposition gelangen, wenn diese den Boden und/oder die Wand berührt. Dadurch wird ein Abschaben der Tapete oder ein Verkratzen des Bodenbelags verhindert. Innen- und Außenecken sowie Endstücke und Längenverbinder ermöglichen eine leichte, reibungslose und einfache Montage sowie spätere Demontage zur weiteren Verwendung.

Fazit

Gerade im Ladenbau sind Flächen noch intensiver zu planen als im normalen Hausbau. Die zwar kurzfristige, aber dafür intensive Nutzung erfordert sichere und einfach zu montierende Systeme. Die Flächen müssen später wieder schnell anderweitig nutzbar sein und dürfen weder beim Einbau noch beim Ausbau zu viel Zeit in Anspruch nehmen. Sie sollen vor allem das Warenangebot in ihrer Darstellungsform unterstützen, dabei aber nicht in den Vordergrund treten. Der Nutzer (Kunde) soll angenehm auf die Flächen gelangen, ohne stets den Blick auf den Boden zu richten. Dennoch muss auch der Schutz des Untergrunds beachtet werden, vor allem, wenn es sich um Mietflächen handelt, die zeitbegrenzt genutzt werden. Der Schlüssel ist, hochwertige Profil-Komponenten einzusetzen, die eine dauerhafte, sichere und gegebenenfalls mehrfache Verwendung gewährleisten.

Norbert Lauhöfer, Objektleitung & Leiter der Anwendungstechnik Carl Prinz GmbH & Co. KG

OBJEKT 4/2017

05. April 2017, 09:34

»LPS Design« für Click-LVT und Loose-Lay

Rampenprofil »169«

Schraubprofilsystem »PS 400«

Unterlage »Silent Pur Tack«

»LuxLine«

»Cultus 45«

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